FRIEDENSKIRCHE

1950 wurde die schlichte Friedenskirche nach nur drei Monaten Bauzeit feierlich eingeweiht. Sie gehört zu den sogenannten Notkirchen des Architekten Otto Bartning, die im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg in zahlreichen deutschen Städten und Gemeinden entstanden. Angesichts der weitreichenden Zerstörungen vieler Kirchengebäude entwickelte Bartning ein innovatives Bauprogramm, das eine schnelle und kostengünstige Errichtung von Sakralbauten ermöglichte und zugleich hohe architektonische Qualität bot.

Charakteristisch für die Friedenskirche ist die vorgefertigte hölzerne Stützenkonstruktion, die als tragendes Gerüst des Gebäudes dient. Dieses Bauprinzip erlaubte eine kurze Bauzeit und den Einsatz regional verfügbarer Baumaterialien. Das hohe Walmdach mit seiner schlichten Kreuzbekrönung sowie der einfache Glockenträger unterstreichen die zurückhaltende, funktionale Gestaltung der Kirche.

Der Innenraum wird von der sichtbaren Holzkonstruktion geprägt, die eine warme und einladende Atmosphäre schafft. Die klaren Linien und die Konzentration auf wenige architektonische Elemente verleihen dem Raum eine besondere Ruhe und Würde. In einer verschließbaren Nische befindet sich der Altar, der als geistliches Zentrum des Kirchenraums dient. Die Friedenskirche steht damit beispielhaft für Otto Bartnings Notkirchenprogramm, das nicht nur auf die materiellen Bedürfnisse der Nachkriegszeit reagierte, sondern auch Orte der Hoffnung, Gemeinschaft und des Neuanfangs schuf.

Architekt

  • Otto Bartning, 1950
  • Serienentwurf der Notkirchen

Auftraggeber

  • Klaus + Salzberger, Landschaftsarchitekten, Eching in Niederbayern
  • und
  • Dr.-Ing. Architekt Jörg Rehm, Denkmalpflege, München

Umsetzung

  • Juli 2025, Neufahrn in Niederbayern