KINDEROASE AN DER TUM
Die Kinderoase erschließt sich von unten nach oben. Schon beim Betreten beginnt eine Bewegung, die das gesamte Gebäude prägt. Das spiralförmige Treppenhaus entwickelt eine beinahe magnetische Sogwirkung und wird zum räumlichen Mittelpunkt des Gebäudes. Die Treppe windet sich wie um einen imaginären Baumstamm und verbindet die Geschosse zu einem einzigen, zusammenhängenden Raumgefüge.
Mit jedem Stockwerk setzt sich dieses Prinzip fort. Die kreisende Bewegung findet sich auch in den Gruppenräumen, den geschwungenen Außenwänden und selbst in den Einbauten wieder. So entsteht der Eindruck eines Baumhauses mit mehreren Ebenen – eines Ortes, der nicht aus übereinandergestapelten, rechteckigen Geschossen besteht, sondern organisch um das Treppenhaus – den Baumstamm – in die Höhe wächst.
Ganz oben öffnet sich die Architektur zum Himmel. Die Dachterrasse wirkt wie das Blätterdach eines Baumes. Von hier schweift der Blick über die Dächer Münchens, während das geschäftige Treiben der Stadt für einen Moment in den Hintergrund tritt.
Auch von außen lässt sich diese Assoziation lesen. Der kompakte Gebäudesockel erinnert an einen kräftigen Stamm, während sich die markante Fassade aus Cortenstahl nach oben auffächert und ausbreitet wie eine Baumkrone. Das Gebäude wirkt dadurch wie ein gewachsener Organismus – ein Ort, dessen Architektur Bewegung, Entdeckung und Geborgenheit gleichermaßen vermittelt.
Die beiden Rutschen bilden den spielerischen Gegenpol zum Aufstieg durch das Treppenhaus. Während die Treppe den Weg hinauf in die Baumkrone inszeniert, führen sie die Kinder mit Schwung zum Boden zurück. Dabei eröffnet sich ihnen eine Perspektive, die Erwachsenen meist verborgen bleibt: Vor den großen Fenstern ziehen Radfahrer vorbei, die Müllabfuhr rollt durch die Straße und das alltägliche Treiben der Stadt wird selbst zum Schauspiel – beobachtet mit der unvoreingenommenen Neugier eines Kindes.
So wird die Kinderoase zu einem begehbaren Baum. Vom Stamm bis in die Krone erzählt ihre Architektur die Geschichte des Wachsens – ohne jemals einen Baum darstellen zu wollen.
Auftraggeberin
- Ingeborg Pohl, Ehrensenatorin TUM
Architekten
- Kéré Architecture, Berlin
- www.kerearchitecture.com
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- HK Architekten, Schwarzach in Österreich
- www.hkarchitekten.at
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- GAPP Projektsteuerung, München
- www.gapp.gmbh
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- alle Projektbeteiligten unter www.kinderoase.team
Umsetzung / Film & Fotografie
- seit Juni 2026, München / Projekt in Umsetzung
- mit Gabrijela Obert
- Architektin der Bayerischen Architektenkammer, Videografin & Konzeptionistin
- www.gabrical.com











