WOHNHAUS NIEDERBAYERN

Für ein Einfamilienhaus ist es leider keine große Herausforderung, sich aus dem Meer deutscher Siedlungen positiv hervor zu heben. Selbst wenn das garnicht beabsichtigt war, passiert dies sobald ein gewisser Gestaltungsanspruch seitens der Bauherren vorhanden ist. Für den Architekten ist das natürlich eine wünschenswerte Herausforderung, wenn die Gestaltung als zentraler Baustein eines Gebäudes betrachtet wird. Das macht den gesamten Bauprozess zwar nicht weniger komplex und herausfordernd, aber so wird es wohl motivierender sein, sich für ein gebautes Kunstwerk einzu-setzen. Gerade gegenüber allen Skeptikern und staatlichen Bausündenverwaltern, die am liebsten ein weiteres nullachtfünfzehn Haus begrüßt hätten. Wobei dies für den Architekten Bernhard Paringer noch nicht einmal ansatzweise in Betracht gekommen wäre, solches zu bauen.

Kommt man den Hügel heraufgefahren, fällt die gold, gelbe Lärchenfassade auf, die sich bereits jetzt langsam in ein elegant schimmerndes Grau verwandelt. Hier findet eine regelrechte Transformation der Fassade statt und es entsteht ein hervorragender Witterungsschutz, den wir zum Beispiel von Jahrhunderte alten Bauernhöfen kennen. Der flache Winkel und der kurze Überstand des Daches fördern eine gleichmäßige Vergrauung des Fassadenholzes.

Im Inneren setzt sich das harmonische Spiel mit den Proportionen fort. Neben vielen Details ist vor allem die durchgängige Sichtbetondecke eine Besonderheit. Ein spannendes Materialspiel, das zusätzlich als Wärmespeicher dient.

Beim fotografieren war es sehr erstaunlich zu sehen, welche Plastizität der Nebel dem Gebäude verlieh. Während das samtartige Wintersonnenlicht die Fassade regelrecht zum Leuchten brachte, aber die Plastizität interessanterweise verloren ging. Auch die unfertigen Außenanlagen stellten bei diesem Gebäude kein wirkliches Problem dar, wie es zum Beispiel bei einer weißen Fassade der Fall gewesen wäre.

Architekt

  • bernhard paringer architekten, Landshut

Umsetzung

  • November 2021